Heute veröffentliche ich Tipp 5 aus meiner Atem-Trainingsbox. Auch er hat mir nach meiner Lungenentzündung geholfen, wieder fit zu atmen. Denn mit einem fitten Atem kann ich alles machen und alles erreichen. Bis heute. Mein Raum zum Atmen ist so groß und frei, wie nie zuvor. Da ich in meinem Beruf als Kommunikationsberaterin, Moderatorin und Systemischer Coach viel spreche, brauche ich meinen Atem. Sonst kann niemand mich hören.

Tipp 5: Werde Chef deines Atems!

Im 3. Tipp dieser Serie auf mydaymaker habe ich euch eingeladen, euren Atem kennen zu lernen. Ihm nachzuspüren. Ihm zuzuhören. Vielleicht habt ihr in den letzten Wochen schon eure eigenen Erfahrungen gemacht? Heute lade ich euch ein, den 5. Tipp kennen zu lernen und auszuprobieren: Werde Chef deines Atems. Mir hilft das bis heute sehr. Denn Atem ist mein Hauptwerkzeug für alles, was mir Freude macht. Ohne dieses Werkzeug bin ich im wahrsten Sinne des Wortes „ein Mensch mit Behinderung“. Eingeschränkt arbeitsfähig. Eingeschränkt lebensfähig, wie wir in der aktuellen Corona-Krise deutlichst erleben.

Vielsprecher brauchen freien Atem

Als selbstständige Unternehmerin wäre das kein wünschenwerter Zustand. Als angestellte Führungskraft ebenso wenig: denn Führen erfordert Sprechen. Das geht nur mit einem Atem, der das auch zulässt. Draußen ist genug Luft. Wenn allerdings innen, in dir, zuviel Spannung herrscht, hat dein Atem nicht genügend Raum zu Entfaltung. Je stärker die Spannung wächst und je länger sie anhält, dest enger wird der Raum zum Atmen. Ganz ehrlich: ich weiß, wie das ist. Kurzatmig sein macht keinen Spaß und ist super anstrengend. Ich weiß, dass mein Atem meine Verantwortung ist. Egal, wieviel Medizin es gibt. Er bleibt meine ureigenste Aufgabe. Gut für ihn zu sorgen, ihn freundlich zu behandeln und ein Gefühl dafür zu entwickeln, was ich dazu beitragen kann, ihn zu entspannen.

7 Schritte zum eigenen Atem-Chef

  1. Ich setze oder lege mich in eine bequeme Position. Je nachdem, was ich gerade verfügbar habe. Stuhl, Matte, Bett, alles geht. Was zählt ist nur, dass ich mich wohlfühle.
  2. Dann stelle ich meinen Timer auf 10 Minuten ein.
  3. Ich lege mich wieder zurück in die mir angenehme Position. Dort bleibe ich mit meinem Körper vollkommen still. Egal, welches Geräusch um mich herum ist. Manchmal beginnt es irgendwo am Körper zu jucken oder zu spannen. Das lasse ich einfach zu. In der Regel verschwindet das nach kurzer Zeit. Ich bleibe regungslos.
  4. In dieser Position atme ich ein und aus, so wie mein Atem gerade in dieser Situation ist. Ich lasse alles zu, was kommt. Nach wenigen Minuten spüre ich, wie ich viel ruhiger werde. Innerlich.
  5. Wenn ich spüre etwas mehr zur Ruhe gekommen zu sein, gehe ich gedanklich beim Einatmen von meinen Füßen durch meinen Körper nach oben zum Kopf. Dabei sammle ich alle Spannung, die sich in Muskeln oder wo auch immer befindet, ein.
  6. Beim Ausatmen lasse ich diese Spannungen frei und denke dabei das Wort FREI. Die Buchstaben F R E I fließen durch meinen Mund in den Himmel. Manchmal stelle ich mir auch vor, dass ich meine Spannungen mit meinem Atem an einen Baum abgebe. Er braucht ja mein CO2, ohne das er keine Photosynthese bilden kann.
  7. Beim nächsten Einatmen gehe ich wieder zu meinen Füßen und wiederhole diesen Prozess solange bis der Timer klingelt.
  8. Danach richte ich mich auf, schüttle mich ein wenig und weiter geht´s im Tag. Atem-Chef-Sitzung beendet!

F R E I Atmen ist eine bewusste Entscheidung

In unserer Sprache gibt es viele Wörter und Sätze, die beschreiben, wie es ist, „keine Luft zu kriegen“. Beispiele kennt hier bestimmt jeder. Nur bewusst sind sie oft nicht. Was bedeutet es wirklich für deinen Atem, dein Atemsystem, deine Ent-Spannung, wenn du sagst: „Der Job hat mir keine Luft zum Atmen gelassen.“ „Meine Beziehung engt mich so ein, dass ich kaum Luft kriege“. Ich wünsche mir, dass auch mein 5. Tipp dir eine Inspiration ist, selbst dein Atemchef oder deine Atemchefin zu werden.

Täglich 10 Minuten für deinen Raum

Nach wenigen Malen täglicher Anwendung wirst du feststellen, dass dein Atem freier wird und du auch in stressigen Situationen nicht so leicht aus der Puste kommst. Dein Atem hat nur ein Ziel: dich dabei unterstützen leistungsfähig zu bleiben und dabei Spaß zu haben. Den wünsche ich dir auch und bleibe fit.

Eure Charly

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