Glück ist kein Selbstläufer. Glücklichfühlen schon gar nicht. Plötzlich passiert etwas und schon lösen sich die ganzen guten Vorsätze in Rauch auf. Jeder von uns kennt das. Heute heißt der 2. Tipp: Glück-Gleichgewicht herstellen. Wie geht das? Hier eine Anleitung, die ich selbst erprobt habe.

Glück-Gleichgewicht herstellen

Wenn erstmal was Nicht-Glückliches passiert ist und es einem emotional einen Tiefschlag versetzt hat, sind Gedanken von Glücklichfühlen schnell verflogen. Obwohl ich Tiefschläge oft und lange genug ja schon kenne – wie sicher jeder hier, der das lesen wird – erstaunt es mich jedes Mal wieder, wie hartnäckig und lange sich so ein dumpfes, niedergeschlagenes Gefühl halten kann. Es lähmt, macht schwer und lustlos. Blitzschnell gesellen sich Gedanken, wie „Ach, das bringt doch nichts. Zeitverschwendung! Du hast Wichtigers zu tun …“ dazu. Und mit jedem dieser Gedanken fällt es einen dann noch schwerer sich wieder aufzuraffen und selbst zu motivieren. Glücksgefühle sind da ganz weit weg – wie Bewohner eines anderen Sterns in einer anderen Person. Ja, tatsächlich – das sind sie auch! Und etwas in mir hat zugelassen, dass ich vom Glücksstern runterstürzt bin auf den Depri-Stern. So nenne ich meinen Tristesse-Planeten. Bin ich erst mal dort angelangt, ist es, als ob mein Motor Kolbenfresser hätte oder meine Lichtmaschine plötzlich ausgefallen ist. Habe ich schon mal erlebt. Abend auf der Autobahn Richtung Leipzig. Ein ätzendes Gefühl! Alle blinken dich an und du kannst nichts tun, außer anhalten. Das wollte ich auf keine Fall. Dann komme ich gar nicht mehr von der Stelle.

10.000 Schritte zum Glücksstern

Die Kunst ist es, sich nicht zu lange auf dem Depri-Stern aufzuhalten. Heute gelingt mir das – zum Glück – ganz gut. Meistens jedenfalls. Warum? Weil ich Wege zum Glückstern kenne und weiß, wo mein Ziel ist. Das habe ich entschieden und desghalb kann ich danach handeln. Das habe ich deshalb auch erreicht, indem ich das immer wieder bewusst geübt habe. Mein Glückskonto war eines der Instrumente, die mir dabei geholfen haben. Wer sein Ziel klar vor Augen hat, kann nichts vom Weg abbringen. Und mein Ziel ist es definitiv mich glücklich fühlen zu wollen. Heute – morgen – übermorgen. Und auch dann noch, wenn meine Zeit hier gekommen sein sollte, diesen Planeten endgültig zu verlassen. Wohin auch immer dann meine Reise gehen wird. Eines ist für mich sicher: Je mehr Glücksmomente, Glücksideen und Glückserfahrungen ich sammele und teile, desto besser geht es mir. Desto geünder, motivierter, erfolgreicher, begeisterter bin ich. Und das steckt meine Umgebung an. Im privaten Umfeld wie im Job-Kontext.

Das Glück hast du in deiner Hand

Noch heute höre ich die Stimme meiner Oma in mir, die oft sagte: „Jeder ist seines Glückes selber Schmied“. Dieser Satz zog sich wie ein roter Faden durch meine Kindheit. Dennoch zog er auch an mir vorbei, wie Wolken am Himmel. Denn die äußeren Umstände fand ich damals alles andere, als glücklich. Im Gegenteil! Leider habe ich meine Oma nie gefragt, was sie eigentlich mit dem Satz meinte. Heute hätte ich großes Interesse daran, obwohl ich nicht sicher bin, ob sie mir es tatsächlich erzählt hätte. Heute habe ich nur diese Hypothese: Als Kriegskind, Flüchtling und verwitwete Mutter zweier Kinder war sie wahrscheinlich glücklich, wieder ein festes, friedliches Dach über dem Kopf zu haben. Und genug zu essen. In Ruhe in einem weichen Kuschelbett schlafen zu können. Eine Einfachheit, die sich vermutlich die wenigsten von uns wirklich vorstellen können. Sie hatte es geschafft! Halbwegs gesund sich und ihre kleinen Kinder vor den Russen in den sicheren Westen zu bringen. Später mit einer schmalen Rente eine Eigentumswohnung zu kaufen und darin sicher zu leben. Mir außerdem noch das Studium finanziert zu haben. Chapeau!

Glücklichfühlen tut jeder anders – Hauptsache es findet statt

Jeder empfindet Glück anders. Jeder empfindet überhaupt anders. Was es auch sein mag, was dir glückliche Gefühle beschert, es lohnt sich, das herauszufinden. Und es lohnt sich, bewusst danach zu suchen. Jeden Tag. Ohne Druck, ohne Zwang, sondern einfach nur deshalb, weil mit glücklicheren Gefühlen alle anderen Ziele leichter gelingen. Bei mir ist das so.

Nächste Woche erzähle ich im 3. Tipp was bei mir hilft, wenn Ziele, Deadlines und anderes „mal wieder nicht geschafft“ wurden und wie Glücklichfühlen mir aus der Sackgasse hilft. Jetzt aber erstmal viel Spaß mit dem 2. Tipp vom Glück-Gleichgewicht. Euch allen eine gute Woche.

Eure Charly – Mutmacherin für den Alltag

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