Im 3. Corona-Monat in Deutschland nehme ich wahr, dass das Wort Glück in Gesprächen zugenommen hat. Auch im Business-Umfeld. Mich freut das. Warum? Weil ich festgestellt habe, wenn Menschen sich mehr auf das konzentrieren, was schön ist und ihnen Freude macht, kommt auch mehr Freude in ihr persönliches Leben. Sich glücklich fühlen ist ein Zustand. Im Körper merken Menschen zuerst, wenn sie sich glücklich fühlen. Wenn ihnen jemand unerwartet hilft. Oder plötzlich ein Gespräch zustande kommt, mit dem sie nicht gerechnet hätten. Heute starte ich eine 10-teilige Serie mit Impulsen zum Glücklichfühlen. Aus meiner Erfahrung und aus dem, was andere mit mir geteilt haben. Mögen sie euch inspirieren.

1. Tipp: Eröffne dein Glückskonto

Als ich mich in einer schwierigen Situation befand, las ich ziemlich viele Bücher darüber, wie ich mein Leben verbessern könnte. Aus allem, was ich las, kam mir eines Tages der Gedanke, mir ein Glückskonto zuzulegen. Ich brauchte dazu echt Vorstellungskraft. Die hatte ich zwar. So ein Konto ist ja schnell angelegt. Aber womit es füllen? Und wie oft? Das waren schon andere Entscheidungen. Vor allem brauchte einen starken Willen, daran zu glauben, dass ich selbst das Konto zum Wachsen bringen kann. Wie eine Pfanze, deren Saat ich gerade in die Erde gepflanzt hatte. Damit ist es natürlich nicht getan. Genauso wie mit dem Konto. Nur die Tatsache, dass es da ist, heißt noch nicht, dass auch was drauffließt. Also hiess es für mich: einzahlen und kreativ werden, was und wieviel.

Nur glückliche Gefühle zählen auf dem Konto

Da ich die Inhaberin des Glückkontos war, konnte ich das natürlich entscheiden. Also machte ich mir einen Einzahlungsplan. Eine Regel, täglich etwas auf mein Konto einzuzahlen. Irgend etwas, das ein glückliches Gefühl in mir auslöst. Am Anfang ist es ein wenig wie als Autor vor einem leeren Blatt zu sitzen. Analog oder digital. Spielt keine Rolle. Das Blatt ist erstmal leer. Ich erlaubte mir also die Zeit – trotz anderer vermeintlich dringender Aufgaben – mich mit meinem Konto und dem, was da drauf soll, zu beschäftigen. Ein spannender Vertrag war das mir mir bewusst in einen „Einzahlungsdialog“ zu treten. Los ging die Suche nach dem ersten Glücksmoment für die Einzahlung auf meinem Konto. Ich begann ganz simple mit einer Hilfe, mit der ich eine Freundin bei ihrem Problem unterstützte. Tag 2: Bewusst eine Pfanze gießen und sie zum Wachsen motivieren. Nachdem ich früher – leider – öfter selbst verschuldet hatte, das manche Pflanze vor meinen Augen einging, weil ich anderes wichtiger fand, als sie. Tag 3: Für jemanden kochen. Auch das als ein bewusstes Geschenk zu kommunizieren und den anderen Menschen daran teilhaben zu lassen.

Geteiltes Glück zählt doppelt

Geteiltes Glück ist doppeltes Glück. Tag 4: Die Verkäuferin an der Wursttheke für den tollen roten Lippenstift loben, der ihr gut steht. Sofort kam ein glückliches Gefühl zurück zu mir. Vieleicht dachte sie: Wow: Es hat jemand gesehen! Ich wurde gesehen – vielleicht nicht nur als funktionierende Verkäuferin an der Wursttheke, sondern als Mensch. Als Frau! Vielleicht hatte sie sich schon für eine After Work Date hübsch gemacht? Jedenfalls hat es ihr ein Lächeln übers ganze Gesicht gezaubert und mir eine Einzahlung auf mein Glückskonto verschafft. Damit haaben wir beide profitiert! Und so kannst du dein Glückskonto unendlich füllen. Ideen hast auch du bestimmt genug. Wenn du erstmal ins tun gekommen bist, geht´s ganz leicht.

Ein schönes Gefühl, sich auf Glück zu konzentrieren

Die Folgetage mit den Folgeeinzahlungen fielen mir immer leichter, denn ich suchte nach Optionen, Menschen eine Freude zu machen. Einen Freund zum Glas Wein einladen. Mir selbst Fitness gönnen. Einen verirrten, dehydrierten Laubfrosch von der Tiefgarage zurück ins Laub befördern.

Und so habe ich mein Glückskonto erstellt und geführt …

  • ein weißes DIN A4 Blatt
  • einen Titel: Mein Glückkonto
  • die Daten der Monatstage auf das Blatt als Liste geschrieben
  • das Blatt mit Tesa in meinem Bad befestigt, damit ich es jedenTag sehen kann
  • wenn´s mir mal nicht so gut ging, habe ich mir mein Guthaben laut vorgelesen
  • wenn ich mehrere Tage unterwegs war, ging das Glückskonto mit
  • 3 Monate, jeden Tag, habe ich etwas eingetragen, was mich auf irgendeine Weise glücklich gemacht hat
  • nach jedem Eintrag dankte zusätzlich denjenigen, die dazu beigetragen haben, dass ich das Glücksgefühl eintragen konnte, z.B. Personen, Ereignisse, die Natur u.s.w.
  • Jeden neuen Eintrag habe ich mir laut vorgelesen
  • Je öfter ich das tat, desto mehr viel glückliche Gefühle fielen mir ein

Erste Glückszinsen nach 30 Tagen

Schon im Laufe des ersten Monats habe ich erlebt, wie mir Dinge leichter gelangen. Ich habe mehr wahrgenommen, worüber ich glücklich sein konnte: z.B. Gesten von Menschen, Hilfe von Unbekannten, Geschenke für Unerwartetes, Anerkennung für Kleinigkeiten. Das war ein tolles Gefühl. Und ist es bis heute.

Wissen wendet sich nicht selbst an

Wissen wird nur aktiviert durch tun. Diese Monate des Glückskontos haben das Tun in mir verinnerlicht. Heute führe ich zwar kein Glückskonto mehr, aber es ist ein Teil von mir geworden, mich an den kleinsten Kleinigkeiten zu freuen. Ich habe verinnerlicht in mir selbst ein glückliches Gefühl zu erzeugen, das mich jeden Tag motiviert. Ob es dabei um Gesundheit, Familie, Freunde oder meine beruflichen Projekte geht. Dieses Gefühl zu erzeugen, habe ich in Krisenzeiten gelernt und es zu meiner täglichen Übung gemacht.

Die tägliche Übung macht´s

Das stärkt mich bis heute. Vielleicht ist das Glückskonto eine Idee für dich. Wie du es für dich auch nennen magst – vielleicht hast du auch ein ganz anderes Bild. Mein Fazit: Glücklichsein üben macht glücklich. Ich freue mich auf Feedbacks und Kommentare.

Charly Mutmacherin für den Alltag

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